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Um diese Zeit siedelten sich in der Gegend bei Xanten die ersten neolithischen Stämme an. Die Wälder boten Wild, Feuerholz und schützendes Dickicht. Die beiden heimischen Flüsse, später Rhein und Lippe genannt, konnten als Wasserwege genutzt werden.
Die Römer gründeten das erste Militärlager, genannt Vetera Castra I. Es lag auf dem Fürstenberg, wo es wegen seiner Hügellage nur schwer eingenommen werden konnte. Das Lager wurde errichtet, um von der linken Rheinseite Eroberungsfeldzüge ins rechtsrheinische Germanien zu unternehmen. 8.000 bis 10.000 Soldaten wohnten in Bauten aus Holz und Erde. Es gelang germanischen Stämmen im Jahre 70, dieses Lager zu zerstören. Das zweite römische Soldatenlager, Vetera Castra II, wurde an anderer Stelle gebaut.
9 nach Christus ist das Jahr der sogenannten Varusschlacht. Armin, dem germanischen Fürsten des Stammes der Cherusker gelang es, die römischen Truppen auf ihrem Feldzug in unwegsames Gelände zu locken, als diese ins rechtsrheinische Germanien vorstießen. Dort waren die in militärisch unterlegenen germanischen Kämpfer im Vorteil. Heute gilt als erwiesen, dass viele römische Soldaten auf dem Schlachtfeld bei Kalkriese nahe Osnabrück getötet wurden. Der bekannteste römische Offizier, der in diesen Gefechten starb, ist Marcus Caelius. Ihm wurde ein Gedenkstein errichtet, der 1630 bei Xanten gefunden wurde.
Der römische Kaiser Traian gründete die römische Stadt, genannt Colonia Ulpia Traiana. Die Abkürzung lautet CUT. Die CUT war nach der Siedlung im heutigen Köln die größte römische Stadt in Niedergermanien. Im 2. Jahrhundert lebten hier 10.000 bis 15.000 Menschen. Viele waren ausgediente Soldaten, die ihren Ruhestand in der Stadt verlebten.
Nachdem die römische Stadt im 3. Jahrhundert zu einem großen Teil zerstört worden war, wurde auf dem Gelände der CUT eine kleinere, noch stärker befestigte Stadt gebaut.
Der römische Herrscher Julian ließ die Anhänger des christlichen Glaubens im gesamten Reich verfolgen und töten. Der Legende nach wurde der römische Soldat Viktor mit seinen Gefährten in Birten bei Xanten ermordet. Schon bald pilgerten gläubige Christen zu der Stelle, an der sich möglicherweise sein Grab befand. An diesem Ort wurde später der Dom St. Viktor gebaut.
Das Ende des römischen Reichs war da. Als die Überfälle durch Germanen zunahmen, wurde die römische Stadt von den Siedlern aufgegeben. Die verfallenen Gebäude wurden als Steinbruch für Neubauten genutzt. Angehörige des Stammes der Franken ließen sich in der Gegend um Xanten nieder.
Eine religiöse Gemeinschaft, ein Stift, wurde gegründet und "ad sanctos" - "zu den Heiligen" genannt. Die Angehörigen des Stifts, die Kanoniker, lebten ähnlich wie Mönche in einer klosterähnlichen Gemeinschaft. Nahe des Stifts entstand ein Ort, der später Xanten heißen sollte. Der Name Xanten entwickelte sich aus der Bezeichnung "ad sanctos".
Xanten, wo regelmäßig Märkte abgehalten wurden, war bald eine bedeutende Ortschaft geworden. Im Juli 1228 verlieh der Kölner Erzbischof, der zuständige Lehnsherr, den Xantenern das Stadtrecht.
Wallfahrer kamen nach Xanten, um den heiligen Viktor zu verehren. An der Stelle, wo man glaubte, das Grab des heiligen Viktor gefunden zu haben, war schon zu früheren Zeiten eine Kapelle entstanden. Hier entstand der große Dom St. Viktor. Der Bau sollte des Domes sollte insgesamt 350 Jahre dauern. Die Dombauhütte, die für den Bau verantwortlich war, existiert noch heute, denn ein so großes und kunstreich verziertes Bauwerk muss ständig ausgebessert werden.
Xanten wurde zu einer wohlhabenden Stadt. Als sich jedoch der Flusslauf des Rheines änderte, war Xanten von der Schifffahrt abgeschnitten. Die Stadt, die vorher so regen Handel auf dem Wasserweg betrieben hatte, verarmte und fiel in einen Dornröschenschlaf.
Xanten in dieser Zeit gehörte zum Herrschaftsgebiet Frankreichs. Die Besitztümer der Kirche fielen an den Staat, Klöster und das Xantener Stift werden aufgelöst. Im Jahre 1811 besuchte Kaiser Napoléon I. mit seiner Frau Marie Xanten auf der Durchreise.
Bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg wurde der Dom fast vollständig zerstört. Auch die Altstadt Xantens wurde sehr schwer geschädigt. Professor Dr. Bader, der notdürftig Trümmer des Domes beseitigte und erste Reparaturen durchführte, setzte sich dafür ein, dass der Xantener Dom wieder aufgebaut wurde. Auch die Innenstadt wurde in der Nachkriegszeit vorbildlich wiederhergestellt.
Xanten wurde größer: Die umliegenden Ortschaften Birten, Lüttingen, Marienbaum, Obermörmter, Vynen und Wardt wurden durch das Land Nordrhein-Westfalen dem Stadtgebiet Xanten zugeteilt.
Der Archäologische Park Xanten auf Teilen des Geländes der CUT wurde eröffnet. Die Verantwortlichen, die hier tätigen Altertumsforscher, haben sich zum Ziel gesetzt, die archäologische Arbeit sichtbar und verständlich zu machen. Deshalb wurden Gebäude wurden ganz oder teilweise wieder errichtet. Mittlerweile ist der Park auch Veranstaltungsort geworden: Das Römerfest "Schwerter, Brot und Spiele" lockt alle an, die römische "Geschichte zum Anfassen" erleben möchten. Der "Tag der Begegnung" ist ein großes Familienfest für Behinderte und Nicht-Behinderte, das jedes Jahr dort stattfindet.
Das Freizeitzentrum Xanten wurde mit seinen ersten Teilbereichen eröffnet. Der Name Freizeitzentrum fasst heute viele unterschiedliche wassersportliche Einrichtungen und Aktivitäten zusammen wie: Angeln, Boot fahren, Floßfahrten, Sauna, Segeln, Strandbad, Tauchen, Wasserski...an der Xantener Nord- und Südsee.
1988
Seit der Gründung des Archäologischen Parks haben Millionen von Besuchern Xanten besucht. Das Land Nordrhein-Westfalen verlieh der Stadt den Titel "staatlich anerkannter Erholungsort". Die Stadt erhielt die Auszeichnung für ihre Bemühungen, ein vielseitiges und gutes Angebot für Ausflügler und Urlauber zu schaffen.
In diesem Jahr beging die Stadt das 775-jährige Jubiläum ihrer Stadtgründung. Mit einer Modenschau quer durch die Geschichte, dem Besuch des Ministerpräsidenten Peer Steinbrück, viel Musik und vielerlei spannenden Veranstaltungen wurde ausgiebig gefeiert.
Die Jugendherberge Xanten wurde eröffnet. Xanten heißt Kinder, Jugendliche und Junggebliebene in einer modernen und gastfreundlichen Herberge willkommen. Das freundliche Haus liegt nahe am Wasser und bietet Gelegenheit für viele Aktivitäten.
Am 20. Januar 2005 wurde der Grundstein für das Stiftsmuseum gelegt, das im Jahr 2009 eröffnet werden soll.
Erzählt werden soll die Geschichte des Xantener Stiftes, die mehr als 1000 Jahre andauerte. Dabei sollen die Xantener Geschichte nicht allein für sich betrachtet werden, sondern in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang eingeordnet werden.
Im August wurde das neue RömerMuseum eröffnet. Es liegt auf dem Gelände der Colonia Ulpia Traiana und löst das in der Stadt gelegene Regionalmuseum ab. Zusammen mit den großen Thermen bildet es ein einzigartiges Ensemble.
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Tel: 02801-98300 | Fax: 02801-71664 | info@xanten.de
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