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Personen der Geschichte
 

Xantener Köpfe – eine kleine Auswahl
 

Der Hl. Viktor (3./.4. Jahrhundert)

 
Ganz für sich allein können die Xantener ihren Viktor nicht beanspruchen, für den der Legende nach auch Agaunum oder Solothurn als Hinrichtungsorte in Frage kommen.

Viktor war Mitglied der Thebäischen Legion, und damit gleichzeitig römischer Soldat und Anhänger des christlichen Glaubens. Als er sich weigerte, dem römischen Kaiuser zu opfern, wurde er hingerichtet.

Bei Ausgrabungen wurde festgestellt, dass sich unter dem Xantener Dom eine Kultstätte aus dem 4. Jahrhundert befand und dass dort zwei Menschen begraben waren. Zu diesen Gräbern pilgerten bereits im frühen Mittelalter die Gläubigen, und der Ort erhielt seinen Namen, „ad sanctos“ – Santen – Xanten.

Sankt Viktor ist der Schutzpatron des Xantener Doms.
 

Siegfried von Xanten
 

Die Zeit der Völkerwanderung bildet den Hintergrund des im Mittelalter niedergeschriebenen Nibelungenliedes. Siegfried war ein Königssohn aus Xanten, der den Nibelungenhort entdeckte und den Drachen Fafnir tötete.

Er begab sich an den Wormser Hof, um dort um die Königstochter Kriemhild zu werben. Obwohl er durch sein Bad im Drachenblut beinahe unverwundbar geworden war, wurde er Opfer einer Intrige und durch Hagen von Tronje ermordet. Seine Frau Kriemhild rächte seinen Tod mit einem blutigen Gemetzel.

Während des 3. Reichs wurde Siegfried für die Ideologie der Machthaber missbraucht. In Xanten sind viele Veranstaltungen, Gebäude und Straßennamen mit den Personen der Siegfriedsaga verknüpft. 2009 wurde in Xanten das Siegfriedmuseum, ehem. Nibelungen(h)ort eröffnet.

 
Der Hl. Norbert (1080-1134)

 
Norberts Karriere als Geistlicher begann in Xanten als Subdiakon im Dienst des Erzbischofs von Köln, eine Stellung, die ihm ausreichend Gelegenheit zu weltlichen Betätigungen ließ.

Um 1115 erfolgte seine innerliche Berufung, als er einem Blitzschlag knapp entging. Er verzichtete auf seine Pfründe und überließ den Bedürftigen sein Vermögen. Nach seiner Priesterweihe ging er ins Kloster und wurde Wanderprediger. Später gründete er den Prämonstratenserorden nach der strengen Regel der Augustiner.

In Magdeburg, wo er 1124 zum Bischof eingesetzt worden war, kam es aufgrund seiner Strenge und seines Eifers sogar zum Aufstand gegen ihn. Von Magdeburg aus betrieb er die Missionierung der Slawen und Wenden.

Er starb 1134 an Malaria. 1637 wurden seine Gebeine nach Prag überführt. Norbert ist der Schutzheilige Böhmens. Auf dem Marktplatz in Xanten wurde ihm zu Ehren der Norbertbrunnen errichtet.
 

Maria von Burgund (1394-1463)
 

Maria von Burgund, Gräfin von Mark-Altena, heiratete mit elf Jahren den Grafen von Kleve. Neben ihren Aufgaben als Gräfin und später als Herzogin widmete sich Maria hauptsächlich der Frömmigkeit und Nächstenliebe. Nach dem Tode ihres Mannes 1448 zog sie auf ihren Witwensitz, der Burg auf dem Monreberg bei Kalkar.

Sie fasste den Entschluss, im Dörfchen Trappenboom, Fundort einer heilungsspendenden Marienstatue, ein Kloster zu errichten. Bereits 1438 hatte Marias Mann an diesem Ort eine Gnadenkapelle bauen lassen.

Mit dem Bau des Klosters Marienbaum von 1457-1460 entwickelte sich der Ort zu einer bedeutenden Ortschaft. Maria stellte auch die Mittel für den Klosterbetrieb zur Verfügung. Mit dieser Aufgabe wurde der Brigittenorden betraut. In Marienbaum ist eine kleine Straße nach Maria von Burgund, die 1463 starb, benannt.
 

Cornelis de Pauw (1739-1799)
 

Der in Amsterdam geborene Kanoniker Cornelis de Pauw, der durch Kaiser Napoléon nach seinem Tode durch die Aufstellung eines Obelisken geehrt wurde, machte sich um Frankreich als Mitarbeiter der berühmten Encyclopädie Diderots und d´Alemberts verdient. Frankreich dankte ihm mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.

Der Aufklärer de Pauw verfasste viele Werke mit kulturphilosophischen Schriften. Er war auch zeitweilig als Vorleser am Hofe Friedrich des Großen in Potsdam tätig. Dieser sagte über ihn: "Dies ist der erste Mensch, der mir niemals schmeichelt." Dem Stift diente er Bibliothekar und Abgesandter am königlichen Hof.

In Xanten erinnert neben dem Obelisken auf dem westlichen Domvorplatz eine nach ihm benannte Straße an den großen Kanoniker.
 

 Georg Bleibtreu (1828-1892)
 

Der gebürtige Xantener trat 1843 im Alter von 15 Jahren in die Düsseldorfer Kunstakademie ein. Unter dem Einfluss nationaler Strömungen entwickelte er eine monumentale und historische Kunst.

Er profilierte sich als Schlachtenmaler des deutschen Militärs. Stets anwesend auf den Schlachtfeldern wurde er zum Propagandisten militärischer Größe, der die Gräuel des Krieges nicht zum Thema seiner Bilder machte. Seit 1858 war er in Berlin ansässig, wo er 1892 starb. Sein Sohn war der bedeutende Schriftsteller Karl Bleibtreu.

Die Georg-Bleibtreu-Straße in Xanten ist etwas bescheidener und weniger mondän als die bekannte Bleibtreu in Berlin-Charlottenburg.
 

Johannes Janssen (1829-1891)
 

Sein Interesse an Geschichte wurde geweckt, als Johannes Janssen im Alter von acht Jahren eine Weltgeschichte geschenkt bekam. Später studierte er Geschichte in Münster, Löwen, Bonn und Berlin.

Er schlug eine Professur in Münster aus und wurde Gymnasialprofessor in Frankfurt am Main. 1860 wurde er zum Priester geweiht. Zwei Jahre war er Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses.

Seine „Geschichte des deutschen Volkes seit dem Ausgang des Mittelalters“ in acht Bänden ist trotz seiner umstrittenen Haltung zum Protestantismus ein bedeutendes Werk. Grundlage seiner konservativen katholischen Weltsicht ist die Annahme, der Papst sei die höchste weltliche Autorität.

Für sein Werk zeichnete ihn Papst Leo VIII. mit hohen kirchlichen Ehrentiteln aus. In Xanten erinnert eine Straße an ihn, in Frankfurt ist sein Bild in einem Altar des Kaiserdoms verewigt.
 

Engelbert Humperdinck (1854 – 1921)
 

Engelbert Humperdinck war ein bedeutender Komponist der Spätromantik. Sein bekanntestes Werk ist die Oper „Hänsel und Gretel“. Er wurde 1854 in Siegburg geboren.

Als sein Vater 1877 Direktor des Lehrerinnen-Seminars in Xanten wurde, hatte er als 23-jähriger für seine musikalischen Leistungen bereits den Mozartpreis der Stadt Frankfurt erhalten. Durch die Aufenthalte bei seinen Eltern wurde Humperdinck dazu angeregt, die Ballade von Heinrich Heine „Die Wallfahrt nach Kevlaar“ als Chorwerk zu vertonen.

1921 starb er überraschend an den Folgen eines Schlaganfalls. In Xanten erinnern namentlich das Engelbert-Humperdinck-Förderzentrum und eine nach ihm benannte Straße an ihn.
 

Josef Hehl (1885-1953)


Josef Hehl, in Mülheim geboren, entschied sich 1911 für den Töpferberuf. . Sein Interesse galt der niederrheinischen Töpferkunst aus dem 18. Jahrhundert. Er schuf Bildplatten, Gebrauchskeramiken und Skulpturen, die eine ausdrucksstarke künstlerische Handschrift aufweisen und von großem handwerklichen Können zeugen.

Sein Schaffen wurde durch den 1. Weltkrieg und die Zeit als Kriegsgefangener unterbrochen. 1928 zog er von Krefeld nach Xanten um, wo er sein Atelier bezog. Die Xantener waren stolz auf ihren „Meister Jupp“, der mit Baskenmütze und Künstlerkittel daher kam.

Die Werke, die 1952 von der damaligen Stadt Rheinhausen, heute Duisburg, erworben wurden, kehrten 2003 zum 50. Todestag des Künstlers nach Xanten zurück, wo sie heute im DreiGiebelHaus dauerhaft ausgestellt sind. Eine Straße mit seinem Namen erinnert an ihn.
 

Heinrich Hegmann (1885-1970)
 

Der Bauernsohn aus Wardt brachte es ohne höhere Schulbildung zum Abgeordneten im Preußischen Landtag. Als einer, der, wie die Rheinische Post schrieb, „sich keine Mitschuld am tausendjährigen Reich vorwerfen lassen“ musste, stieß er im 3. Reich auf Ablehnung und schied bis 1945 aus der Politik aus.

Mit seinem politischen Freund Konrad Adenauer kämpfte er in der Nachkriegszeit für ein christlich-demokratisches Deutschland. In zahlreichen Ämtern setzte er sich für seine politischen Ziele ein. Heinrich Hegmann starb 1970 im Alter von 85 Jahren. Die nach ihm benannte Straße führt durch sein Heimatdorf Xanten-Wardt.

 
Walter Bader (1901-1986)
 

Walter Bader wurde 1901 in Rottenburg am Neckar geboren. 1928 kam er nach Xanten und arbeitete hier als Archäologe. 1933 entdeckte er bei Ausgrabungen im Dom ein Grab mit den Gebeinen zweier Männer aus dem 4. Jahrhundert.

Dafür, dass es sich hierbei um das Märtyrergrab Viktors und eines Gefährten handelte, sprach unter anderem, dass bereits im 8. Jahrhundert über dieser Stelle die erste Kirche zur Verehrung der Märtyrer errichtet worden war. 1936 wurde die über dem Grab neu errichtete Krypta eingeweiht. Wegen seiner politischen Gesinnung wurde Bader von den Nationalsozialisten acht Monate inhaftiert. 1939 zog er endgültig nach Xanten. 1944 wurde er im Denkmalschutz tätig.

Nur durch den unermüdlichen Einsatz Walter Baders wurde der fast vollständig zerstörte Dom wieder aufgebaut. Er begann im Juli 1945, den Dom mit nur einem einzigen Helfer von Trümmern zu befreien und dringlichste provisorische Aufbauarbeiten durchzuführen. 1946 begann der offizielle Wiederaufbau, mit dem er betraut wurde.

Professor Dr. Walter Bader war bis zu seiner Pensionierung als Staatskonservator tätig. Er starb 1986, 50 Jahre nach der Einweihung der Krypta über dem Märtyrergrab. Die örtliche Realschule wurde nach ihm benannt.
 

Elfi Kluth (1947-2008)
 

Die in Hagen geborene Künstlerin wuchs in Düsseldorf auf. Mittlerweile am Niederrhein zuhause, wurde sie durch ihre Teilnahme im Domchor Xanten angeregt, sich musikalisch weiterzubilden. Nach ersten Erfahrungen als Jazz-Sängerin absolvierte sie eine Gesangsausbildung.

Neben ihrer Laufbahn als Sängerin profilierte sie sich auch als bildende Künstlerin und Kabarettistin. Weiterhin betätigte sie sich als Journalistin, städtische Kulturbeauftragte und Dozentin. Die fünffache Mutter starb 2008 an einer schweren Erkrankung.

  • Kaier Marcus Ulpius Traianus
  • Heiliger Viktor am Dom St. Viktor
  • Siegfried
  • Norbert von Xanten
  • Maria von Burgund
  • Obelisk zu Ehren de Pauw


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