
Armen-Jagd war damals die Hauptaufgabe des Stadtpolizisten. Schweinehirt, Stadtpolizist und Nachtwächter hatten als Angestellte der Stadt das
Recht auf eine städtische Wohnung.
Da die Stadtverwaltung aber nur über zwei Häuser verfügte, wurden diese Bediensteten in den Türmen einquartiert. Nach
dem 7-jährigen Krieg (1756-63) mußte die Stadt die Türme aus Finanznot verkaufen.
Die Verkaufsbedingung war, daß beim Abriß des Turms die entstehende Lücke in
der Stadtmauer zugemauert werden mußte, damit die Stadt weiterhin zolldicht blieb. Der Armen-Jägerturm wurde kurz nach seinem Verkauf abgerissen; der
Schweinehirtenturm blieb bis heute erhalten und dient Wohnzwecken. Der Nachtwächterturm wurde 1778 an den Kaufmann Gerhard Schleß verkauft, der die Wände
erneuern ließ und den Turm als Gartenhaus benutzte.
Heinrich Schleß, sein Sohn, entschloß sich, den Turm wirtschaftlich zu nutzen. Er ließ das Dach und den oberen Teil der Rundmauer entfernen, erhöhte den Rumpf und richtete in dem Turm eine Windmühle in Verbindung mit einer Ölmühle ein. Diese Mühle, heute Kriemhildmühle genannt, verkaufte Schleß später an die Müllerfamilie Hermanns, Besitzer der Walbecker Mühle. Sie gelangte dann in den Besitz der Stadt Xanten bis zum heutigen Tage. Windmühlen, die auf Festungstürmen errichtet wurden, wie in Rees oder Zons, werden im Niederrhein wegen ihrer eigenartigen Form auch Bärwindmühlen genannt. |