
Um dieses Kammrad liegt eine Bremse aus einem
eisernen Band (früher aneinandergehängte Holzblöcke). Dieses Bremsband wird im Ruhezustand von einem schweren Balken um das Kammrad gezogen. Mittels einer
Übersetzungstrommel und einem Seil nach draußen kann der Müller von der Galerie aus den Balken heben und in einem Lagerhaken einhängen, so daß die Mühle laufen
kann. Wenn die Besegelung geändert werden muß oder im Mahlgetriebe etwas umgelegt werden muß, wird der Balken wieder ausgehängt, langsam herabgelassen, bis
sein Gewicht das Band wieder fest um das Kammrad gezogen hat. Das Kammrad greift mit seinen 75 Holzzähnen in den Bunkler, der nur 31 Zähne hat (Übersetzuung 1
zu 2,4). Der Bunkler sitzt auf dem Oberende der senkrechten Königswelle, die genau in der Mitte des Rumpfes stehen muß. Die Kappe selbst kann sich nämlich auch
drehen, weil sie auf 45 Stahlrollen auf dem Mauerwerk gelagert ist.
Wenn der Wind seine Richtung ändert, muß der Müller die Kappe mittels dem Steert (Schwanz)
und der Kettenwinde neu auf den Wind richten. Das Kammrad muß aber von allen Seiten gleich tief in den Bunkler greifen. Deshalb steht der König in der Mitte.
Am unteren Ende der Königswelle hängt das Stirnrad mit seinen 65 Holzzähnen. Dieses Rad greift in die Steinritzel mit ihren 15 Stäben und treibt so die
Mahlgänge an. Die Steinritzel können wahlweise ins Werk gelegt werden. In der Mühle lagen drei Paar Eifelbasaltsteine, jetzt nur noch zwei.
Der untere Stein
(Ligger) liegt fest auf dem Boden, der obere Stein (Loper) ist auf einem Mühleisen aufgehängt wie eine Kompaßnadel. Von oben greift das Steinritzel mit einer
Eisenklaue in die Steinaufhängung und treibt den Läuferstein an. Durch das Loch in der Mitte dieses Steins fällt das Getreide aus dem Rüttelschuh zwischen die
Steine und wird durch die Drehbewegung zerkleinert und nach außen getrieben. An einer Stelle des hölzernen Steingehäuses (Küppe) fällt das Mehl durch ein Loch
in die Mehlpipe eine Etage tiefer auf den Mehlsöller. Dort wird es vom Müller kontrolliert und in Säcke gefüllt. Der Müller kann durch ein Holzhebelwerk das
Mühleisen unter seinem Lager heben und senken, so daß der Läuferstein dichter oder weiter von dem Bodenstein entfernt dreht. Dadurch kann er Feinheit und
Temperatur des Mehles sowie Schnelligkeit des Mahlens regeln. Das Mehl wird an einem Aufzug nach unten gelassen, das Getreide kann mit dem selben Aufzug durch
Windkraft getrieben nach oben befördert werden (Luiwerk = "Faule Arbeit"). Anstelle des dritten Steinpaares auf der ersten Etage lag früher dort wahrscheinlich
ein Winkelgetriebe, das die Windkraft auf eine Welle durch ein Loch in der Mauer in das benachbarte Ölmühlenhaus auf einen Kollergang leitete. Die beiden
Anbauten wurden im Krieg zerstört.
Technische Daten:
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