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Anliegen der Bürgerinnen und Bürger beim Dialog „Klimaschutz in Xanten“

Veröffentlicht am 12.02.2020

Am 04.02.2020 lud die Stadt Xanten alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Dialog über den Klimaschutz ein. Fast 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger versammelten sich in der Mensa des Stiftgymnasiums, wo Ihnen Thomas Görtz (Bürgermeister), Lisa Heider (Klimaschutzmanagerin) und Niklas Franke (technischer Dezernent) Rede und Antwort standen.

Zunächst beantwortete die Klimaschutzmanagerin, Lisa Heider, die zentrale Frage der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, über die Klimaziele und Pläne der Stadt. In einem Vortrag stellte sie das Integrierte Energie-und Klimaschutzkonzept (IEKK) der Stadt Xanten vor und erläuterte die Herangehensweise in den kommenden drei Jahren. Die vorgestellten Maßnahmen betreffen alle gesellschaftlichen Lebensbereiche und behandeln die Themen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, Verkehr und die Vorbildfunktion der Stadtverwaltung. Um diese komplexe Aufgabe zu bewältigen und um einen steinigen Weg zu erleichtern, ist die Zusammenarbeit gefragt. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist für schnelleren und besseren Klimaschutz keinesfalls zu unterschätzen, betonte Lisa Heider.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten großes Interesse an dem Thema und beteiligten sich mit Fragen und konstruktiven Vorschlägen.  Interessiert waren die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise an der Frage nach den Zuständigkeiten der Stadtverwaltung, wie zum Beispiel „Welchen Einfluss kann die Stadt auf die unzuverlässige Bahn nehmen?“ und „Wer kontrolliert eigentlich ein Verbot der Kiesgärten?“. Kritisch hinterfragt wurden die Entscheidungskompetenzen der Klimamanagerin und der Einfluss der Stadt auf den Klimaschutz entgegen politischem Interesse. Niklas Franke erläuterte die Zuständigkeiten und Einschränkungen der Stadt und erleichterte somit das darauffolgende Gespräch einer besseren Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

In diesem ging es vorrangig um die Förderung von bürgerlichem Engagement. Zahlreiche Anwesende drückten ihre Wünsche aus, sich aktiver beteiligen zu können. Zu den Vorschlägen gehörten die Mitpflege von Wildblumenwiesen und Bäumen sowie die Bewirtschaftung von Obst-und Gemüsegärten in Xanten, die Stadt könnte hierzu Flächen zur Verfügung stellen. Inspiriert von Projekten in Nachbarkommunen schlugen Teilnehmerinnen vor „einen Stammtisch Plastikfrei“ und ein „Repair Café“ zu gründen. Diese Initiativen unterstütze die Stadt sehr gerne, sagte Lisa Heider. Wichtig seien dazu Gruppen mit ernsthaften Interessen, langfristigem Einsatz und guter Selbstorganisation. Zwei Herren schlugen vor, das Engagement für den Klimaschutz zu motivieren, indem in Xanten Klimaschutzpreise vergeben werden.

Großen Gesprächsbedarf gab es über die Probleme und Notwendigkeiten im Bereich klimafreundlicher Verkehr. Schlechte ÖPNV- Anbindungen, vor allem in abgeschiedenen Ortsteilen, und eine mangelhafte Berücksichtigung der Fahrradfahrer und Fußgänger in der Verkehrsplanung, wurden kritisiert. „Alternative Mobilitätsformen fördern“, die „Brötchentaste abschaffen“ und „gegen Elterntaxis vorgehen“ waren Ideen, wie Xanten von übermäßigem PKW-Verkehr befreit werden könnte. Ein Anwesender betonte, dass das Verkehrsnutzungskonzept sich langfristig auch auf das Verhalten der Kinder und Jugendlichen auswirken wird. Um das Auto für kurze Wege stehen zu lassen oder grundsätzlich den ÖPNV zu nutzen, muss ein vorbildliches System geschaffen werden. Diese Chance sieht die Stadt Xanten in der derzeitigen Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes. Die Beteiligung am Mobilitätskonzept ist ausdrücklich erwünscht. Durch unterschiedliche Beteiligungsformate können Bürgerinnen und Bürger schon bald ihre Meinungen äußern.

Immer wieder am Abend machten Bürgerinnen und Bürger Vorschläge, wie man der Verschwendung von Ressourcen und Energie in Xanten Einhalt gewähren könnte. Zu diesen gehörten die „Abschaffung von Heizpilzen in der Gastronomie“, die „Einführung einer Müllsteuer“, „Maßnahmen gegen den Papier-und Plastikkonsum im Gastronomiebereich, auch bei der FZX“, „weniger Drucker und Papierverbrauch in der Stadtverwaltung“ und zuletzt den „Verbau von Kleinwindanlagen auf Gebäuden“. Außerdem verwiesen viele Anwesende auf die wichtige Rolle der schulischen Bildung. Auch die frühkindliche Bildung sollte nicht vergessen werden, mahnte eine Erzieherin aus einem Xantener Kindergarten. „Wir machen schon viel für den Klimaschutz, aber mehr Unterstützung würde helfen“. Der Bürgermeister, Niklas Franke und Lisa Heider begrüßten alle Vorschläge. Viele von ihnen stecken bereits in den Projekten und Maßnahmen des IEKK, andere sind neu. Alle Ideen wurden gesammelt und sollen auf eine Umsetzung überprüft, beziehungsweise in den nächsten Monaten oder Jahren in die Realisierung gehen. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist geplant!