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Wandernde Gärten gegen das Insektensterben – Gemeinschaftsprojekt macht Halt in Xanten

Veröffentlicht am 08.05.2019

Vier mobile Hochbeete wurden mit Hilfe der Regionalgruppe Rhein-Ruhr des Naturgarten e.V. am Tag der offenen Naturarena in Wesel-Bislich mit heimischen, insektenfreundlichen Wiesenblumen und Stauden bepflanzt. Jeweils zwei der vier mobilen Hochbeete werden in den nächsten Wochen auf jeder Rheinseite unterwegs sein. Das Klimabündnis der Kommunen im Kreis Wesel schickt im Rahmen des Projektes „Wandernde Gärten“ Anschauungsbeete mit bienenfreundlichen Pflanzen auf die Reise durch den Kreis.

Die „wandernden Gärten“ werden im Zeitraum vom 10.05.2019 – 13.05.2019 am Rathaus der Stadt Xanten aufgestellt.

Anlass für das Gemeinschaftsprojekt ist der zunehmende Trend, dass bepflanzte Vorgärten durch ökologisch wertlose Kiesflächen oder Pflasterungen ersetzt werden. Für die Hauseigentümer hat dies den „Vorteil“ dass sie weder Rasen mähen noch Rasen oder Pflanzen bewässern müssen. Außerdem wird so in dicht besiedelten Wohnvierteln oft ein zusätzlicher Parkplatz vor dem Haus geschaffen.

Diese Art der Vorgartengestaltung ist jedoch nicht nur per Gesetz untersagt (BauO NRW § 8 Abs. 1). Sie ist schlecht für die Artenvielfalt und auch für das Stadtklima, da sich diese Flächen im Sommer stark aufheizen. Ein einzelner „Steingarten“ in einer Wohnsiedlung wäre sicher nicht dramatisch. Wenn sich aber eine Straße oder ganze Straßenzüge in eine Steinwüste verwandeln, sind die Auswirkungen deutlich zu spüren.

Die Steine speichern die Hitze viel länger als unversiegelte Flächen und deshalb kühlen sich diese Bereiche nachts nicht mehr richtig ab.

Der Sommer 2018 hat eindrücklich gezeigt, dass sich das Klima wandelt – auch bei uns am Niederrhein. In Zeiten zunehmend heißer werdender Sommer ist das auch ein gesundheitliches Problem, da aufgrund der hohen Temperaturen die geringere Schlaftiefe nicht mehr zur erforderlichen  Erholung beiträgt.

Kommt es dann nach einer längeren heißen Phase zur langersehnten Abkühlung, ist diese oft mit heftigen Gewittern und Starkregen verbunden. So trägt die Versiegelung der Flächen als zusätzlichem negativen Effekt zu einem erhöhten Wasserabfluss bei, den die Kanalisation nicht mehr bewältigen kann. Überflutete Keller sind ein Ergebnis.

Doch jeder Einzelne kann etwas tun, um diesen Trend zu stoppen!

-          Gestalten Sie Ihre Vorgärten mit Pflanzen und Gehölzen. 

-          Achten Sie dabei auch verstärkt auf heimische und bienenfreundliche Pflanzen.

Sie tun so nicht nur etwas zur Anpassung an den Klimawandel, sondern helfen gleichzeitig den Insekten.

Und auch wenn Sie keinen Vorgarten haben, können Sie etwas zum Artenschutz beitragen: Bepflanzen Sie Ihre Terrassenkübel oder Ihre Balkonkästen mit bienenfreundlicher Vegetation.

Doch was sind bienenfreundliche Pflanzen und zu welchen Zeiten blühen sie?

Blühkalender können Ihnen eine kleine Hilfestellung geben. Im Rathaus der Stadt Xanten, Sachgebiet Stadtplanung liegen Blühkalender für Balkon- und Kübelpflanzen sowie Beet- und Freiflächen bereit, die eine Auswahl an bienenfreundlichen Pflanzen bieten.

So können Sie das ganze Jahr „den Tisch für die Insekten decken“ und helfen, das Artensterben zu vermindern!

Gemeinsam mit den Klimaschutzmanagern der Kommunen Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten startet die LAG Niederrhein e.V. als Projektträger das Projekt „Bunt statt Grau“, dass zur Gestaltung klima- und insektenfreundlicher Vorgärten anregen soll. U. a. wird eine Broschüre erarbeitet, die Tipps und Ratschläge zur einfachen Vorgartengestaltung aufzeigt. Die Broschüren liegen ab Juni 2019 kostenfrei in den Rathäusern der vier LEADER-Kommunen aus. Zudem wird in den Sommermonaten in jeder der vier LEADER-Kommunen ein Wettbewerb für den klimafreundlichsten Vorgarten durchgeführt. Die Gewinner erhalten einen 150 €-Gutschein für ein Gartencenter. Weitere Informationen unter www.leader-niederrhein.de

Weitere Termine „Wandernde Gärten“:

Rheinberg: 14.06.2019 und 15.06.2019 & 04.07.2019 – 08.07.2019

Sonsbeck: 16.06.2019 und 17.06.2019

Weitere Informationen:

 

Björn Gerritz,

Tel.: 02801 / 772-237

bjoern.gerritz@xanten.de