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Weltkulturerbe: Niedergermanischer Limes

 

Hafentempel im LVR-Archäologischen Park Xanten im Abendlicht

Der Niedergermanische Limes ist im Juli 2021 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen worden, sechs davon liegen in NRW.

Was ist eigentlich der Niedergermanische Limes?

Der Niedergermanische Limes ist eine ehemalige Grenzlinie, die die Provinz Niedergermanien, also römisches Herrschaftsgebiet, vom freien Germanien trennte. Sie verlief entlang des Rheins von der niederländischen Nordsee bis nach Remagen in Rheinland-Pfalz. Entlang dieser nassen Grenze entstanden zahlreiche Militärlager wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht und zivile Siedlungen. Römische Legionäre prägten mit ihrer regen Bautätigkeit die Landschaft nachhaltig.

Der gesamte Welterbestätte Niedergermanischer Limes umfasst 44 bekannte Fundplätze, von denen sich mehr als die Hälfte auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens befinden. Dazu zählen Fundamente einzelner Wachtürme, großflächige Legionslager und eine einzige römische Stadt, Colonia Ulpia Traiana, auf dem heutigen Areal des LVR-Archäologischen Parks Xanten. Reste des Wegenetzes und kleinere zivile Ansiedlungen vervollständigen das Bild einer grenznahen intensiven römischen Besiedlung im Xantener Raum.

Diese begann mit der Entsendung römischer Truppen unter Kaiser Augustus und der Errichtung eines Doppellegionslagers auf dem Fürstenberg an strategisch günstiger Stelle um 13/12. v.Chr. An einem ca. zwei Kilometer entfernten Rheinarm entwickelte sich aus einem Warenumschlagplatz eine Siedlung, die um 100 n.Chr. vom Kaiser Marcus Ulpius Traianus die Stadtrechte und den Status einer Colonia erhielt. Nach römischem Vorbild mit prächtigen Großbauten und Sonderrechten für ihre Bewohner ausgestattet, war die Colonia ein steinernes Abbild Roms und zementierte den Machtanspruch des Imperiums.

Fotograf Hafentempel: Axel Thünker DGPh